Tischler-News

Gut in Form 2019

Sie waren buchstäblich „gut in Form“ die Gesellenstücke der 20 jungen Tischlerinnen und Tischler aus der Winter- und Sommergesellenprüfung 2019.



Lossprechung 2019

Lossprechung im Berufskolleg Kleve - Tischler-Innung feiert 40 neue Gesellinnen und Gesellen



Broschüre Gesellenstücke 2019

Die Tischler-Innung des Kreises Kleve präsentierte auf der Lossprechung 2019 die dritte Ausgabe der Broschüre Tischler Gesellenstücke.




Einrichten mit Licht

Möbel mit integriertem Licht liegen im Trend. Wenig bekannt ist, dass Tischler nicht nur Räume einrichten, sondern dass sie auch gleich noch für das passende Licht im Möbel sorgen können. Das ist nicht nur praktisch, sondern es kann auch die Atmosphäre im Raum verändern – und sogar den Schlaf beeinflussen.


Eine Küchentheke, die von innen leuchtet, schöne Bildbände, die im Regal in Szene gesetzt werden, das Erbstück, das in der Vitrine funkelt: Gerade in der dunklen Jahreszeit sorgen mehrere, gezielt gesetzte Lichtquellen in Möbeln für eine angenehme Atmosphäre. „Im Gegensatz zur industriellen Konfektionsware, die auf Masse setzt, bauen wir Tischler für jeden unserer Kunden sein persönliches Einzelstück. Auf Wunsch auch mit integrierter Beleuchtung, die auch wirklich zum Möbel und dem Platz, das es in der Wohnung einnehmen soll, passt“, sagt Heinz-Josef van Aaken, Obermeister der Tischler-Innung des Kreises Kleve. Die kleinen, stromsparenden LEDs, die wesentlich weniger Wärme abgeben als frühere Leuchtmittel, machen es möglich: „Licht im Möbel kann wunderschöne Effekte erzielen, sollte aber immer mit Bedacht eingesetzt werden, da man dabei auch vieles falsch machen kann“, sagt der Tischlermeister. So können kaltweiße LEDs im Möbel unter Umständen blenden. Auch farbige LEDs sollten mit Bedacht gewählt werden: „Vermeiden sollten Sie grünes und blaues Licht. Grün lässt selbst ein gebräuntes Urlaubsgesicht ungesund erscheinen und Blau kann sogar gefährlich werden, da es die Konturen verschwimmen lässt“, so Heinz-Josef van Aaken. Vor allem an Treppen hat blaufarbenes Licht aus Sicherheitsgründen nichts zu suchen.

„Schwebende“ Möbel
Eine besonders schöne Stimmung erzeugen warmweiße LEDs, die indirektes, diffuses Licht abgeben – zum Beispiel unter einem Sideboard oder unter einer Kücheninsel: „Das lässt Möbel aussehen, als würden sie schweben – ein toller Effekt! Allerdings sollten Kunden vorher bedenken, dass dann häufig unter dem Möbel saubergemacht werden muss, da dann jede Fluse unter dem Sideboard zu sehen ist“, so der Tischlermeister. Besonders stimmungsvoll im Wohnbereich sind sogenannte „Retro“-Leuchten. Sie imitieren das warme, goldene Licht der längst ausgemusterten Glühbirnen, indem sie den blauen Lichtanteil aus den LEDs herausfiltern. „Allerdings würde ich jungen Leuten dieses Licht, das sie gar nicht mehr gewohnt sind, eher nicht anbieten. Sie empfinden es meist schlichtweg als zu dunkel“, sagt van Aaken.

Beleuchtung beeinflusst den Biorhythmus
Kerzenschein wirkt warm und gemütlich, Licht von Leuchtstoffröhren eher kühl und es macht wach: Licht beeinflusst nicht nur unsere Stimmungen und unser Wohlbefinden, sondern auch unseren Schlaf. Denn Licht wirkt sich unmittelbar auf unseren Biorhythmus aus. Kaltweißes Licht mit hohem Blauanteil im Bad ist vor allem im Winter hilfreich, um morgens richtig wach zu werden. Es imitiert Tageslicht und stoppt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, sodass man sich gleich viel fitter fühlt. Abends und nachts ist das jedoch eher ein Nachteil – im schlimmsten Fall kann es zu Schlafstörungen führen, wenn man sich abends Licht mit hohem Blauanteil aussetzt. „Die meisten Menschen haben nur eine Standardbeleuchtung im Bad, die abends und nachts aber leider ungewollt wachmacht. Mindestens zwei unterschiedliche Beleuchtungsmöglichkeiten im Bad zu haben, ist keine Spielerei, sondern sinnvoll, weil sie den Biorhythmus unterstützt“, rät Heinz-Josef van Aaken. Auch im Schlafzimmer sollte beim Leselicht eher eine warmweiße Variante gewählt werden. Das sanfteste Licht in Bad und Schlafzimmer hilft allerdings nichts, wenn man kurz vor dem Schlafen noch vor einem Monitor sitzt, denn auch die LCD-Bildschirme von Smartphones, Tablets und Fernsehern haben einen wachmachenden Effekt. Er wirkt dann intensiv, wenn keine weitere Lichtquelle im Raum an ist, da durch die geweiteten Pupillen besonders viel blaues Licht in die Augen einfallen kann. Auf der sicheren Seite ist man hier mit einem Blaufilter, der abends und nachts per App oder bei neueren Geräten auch über die Einstellungen aktiviert werden kann.

Bild: Häfele